Castorfs HUNGER : Eine Verrätselung

Halsbrecherische Stöckelschuhe werden holprig  über das Halleiner Kopfsteinpflaster an jenem 11. Augustabend geschleppt. Es ist Festspielzeit, die Prämiere von HUNGER hat bereits für Wirbel gesorgt, die Publicity stimmt. Heute ist das Wetter lau, hitzebedingte Ausfälle auf der Perner-Insel sind nicht zu argumentieren. „Ich bleibe eh nur bis zur Pause“, flötet der adrett gekleidete, grauhaarige Mann… Weiterlesen Castorfs HUNGER : Eine Verrätselung

NACHTASYL: Theater T’eig oder Theater der Selbstbezichtigung

Eins steht fest: Im Sommer muss man nicht nach Salzburg, um ein Theater zu erleben, dessen Inszenierungskonzept vordergründig von der interpretativen Regiebearbeitung des Stoffes lebt. Kein Neuenfels, kein Castorf ist nötig, das Ensemble oder besser: die t'eiger stehen für eine ganz spezielle und sich kontinuierlich verfeinernde Dramaturgie. Sie haben sich mittlerweile das, was sie mit den… Weiterlesen NACHTASYL: Theater T’eig oder Theater der Selbstbezichtigung

Robert Seethaler: „Das Feld“. Eine Besprechung

Robert Seethaler, 2018, Das Feld. Berlin, Hanser, 240 Seiten, ISBN 978-3-446-26038-2 Neuerdings ist in Buchbesprechungen oftmals die Rede von sogenannten Page-Turnern. Diese Umschreibung soll Bücher definieren, die man nicht weglegen kann, weil sie einen Lesefluss erzeugen, der nicht enden will. Der Text entzückt die Leserschaft so sehr, dass diese sich völlig in der literarischen Imaginationswelt… Weiterlesen Robert Seethaler: „Das Feld“. Eine Besprechung

Laila Soliman, „No Desert Roses“, Theaterstück. Eine Besprechung

„No Desert Roses“ ist ein sorgfältig arrangiertes Theaterstück, das in erster Linie den Graubereich zwischen Identität und Alterität auszuloten versucht ist. Der strukturelle Aufbau folgt dem inhaltlichen Anspruch, was konkret bedeutet, dass Form und Inhalt weitgehend harmonisieren. Als inhaltlicher Hintergrund fungiert der sogenannte „Arabische Frühling“, und hier insbesondere die sich über Ägypten aus formierenden Protestbewegungen,… Weiterlesen Laila Soliman, „No Desert Roses“, Theaterstück. Eine Besprechung

DER BAU – Ein Stück über die missstimmige Symphonie

Es ist „our shit, our river“ - und in dieser sumpfigen Fischsuppe ist es gar nicht einfach, Licht zu machen. Das TiB bietet mit DER BAU ein scharfsinniges Verständigungsportal zu demokratischen, oppositionellen, archaischen und vor allem keinesfalls bipolaren Emotionshaltungen, die mit in- & offiziellen Positionen, Solidaritätsanforderungen und Antipartien untrennbar verbunden sind. In einer Stadt, in… Weiterlesen DER BAU – Ein Stück über die missstimmige Symphonie

Soziologie als Kunst? Eine Herausforderung

Über das künstlerische Gestaltungspotential im soziologischen Denken und mögliche Entgrenzungen der disziplinären Matrix Raffael Hiden im Gespräch mit Lukas Pürmayr Raffael: Soziologisches Denken und künstlerisches Gestalten, ein Widerspruch? Gibt es für dich Brücken oder Verbindungslinien zwischen Soziologie und Kunst? Lukas Pürmayr: Für mich persönlich kein Widerspruch an sich, aber trotz vorhandener Parallelen sollte ein Bewusstsein… Weiterlesen Soziologie als Kunst? Eine Herausforderung

Problemlösungskompetenz

Gesellschaften, die die Kompetenz als das Verfügen über kognitive und emotionale Fähigkeiten zur Lösung von Problemen auffassen, sakralisieren insofern das Lösen von Problemen und pathologisieren gleichsam das Schaffen von Problemen. Das Leben, es hat es eher so in und an sich, Probleme zu schaffen als aufkeimende fortwährend zu lösen. Die Idealisierung der Problemlösungskompetenz, die geradezu… Weiterlesen Problemlösungskompetenz