Beim Distanzschaffen und Abstrahieren kann Allerlei passieren. Abstraktionen bewirken zuweilen Distanzen (und umgekehrt), die einen Raum zu eröffnen vermögen, in dem sich etwas neu und Neues ordnen ließe. Wenn aber dieser Ordnungsdrang als Fokus sich hervordrängt, bleibt der gewonnene Raum schließlich doch schändlich ungenutzt. In der Soziologie wird gerne in angeblichen Komplexitätsreduktionen gedacht - und… Weiterlesen Ich distanziere mich
Gedanken zu „Böhmen liegt am Meer“
„Ich grenz noch an ein Wort und an ein andres Land, ich grenz, wie wenig auch, an alles immer mehr […]“ Ingeborg Bachmann Die Zeichen der Zeit, sie deuten auf einen radikalen Umbruch des Status quo hin. Das, was die westlichen Demokratien mit so viel Stabilität, so viel Wohlstand und so viel Zukunftsoptimismus… Weiterlesen Gedanken zu „Böhmen liegt am Meer“
„MEIN LEBEN IST EIN TRAUM“: Die Rabtaldirndln – Da wuchert die Hecke ganz ungehörig
Welches Leben ist wirklich deines? Eine aufrührende Frage, die die Rabtaldirndln (Regie: Ed. Hauswirth) in dieser fulminanten Inszenierung ungeniert - illuster illustriert mittels Diashow und Sangeskunst – in den Zuschauerraum hallen. Mutig! Die familiäre Rahmung vermittelt erwartungsvolles Unbehagen. Zwischen Regenbogen und Horrorfilm pendelt die ländliche Lebensidylle der Frau. Der tägliche Alptraum verwandelt sich ruckzuck in… Weiterlesen „MEIN LEBEN IST EIN TRAUM“: Die Rabtaldirndln – Da wuchert die Hecke ganz ungehörig
Theater t’eig: Plan B oder die Suche nach dem verlorenen Selbst
Thomas Sobotka, der an diesem Abend für die Regie und die Textfassung verantwortlich ist, vor der Premiere an der Bar den Ausschank übernimmt und zugleich auch als Schauspieler im Stück agiert, klärt gleich zu Beginn auf, dass man in der aktuellen t’eig-Produktion im Gesellenvereinstheater kein konventionelles Theater zu erwarten hat. Wie ist es überhaupt möglich,… Weiterlesen Theater t’eig: Plan B oder die Suche nach dem verlorenen Selbst
Momente-Verflechtungen
"Weniger nicht, sondern mehr als das definitorische Verfahren urgiert der Essay die Wechselwirkung seiner Begriffe im Prozeß geistiger Erfahrung. In ihr bilden jene kein Kontinuum der Operationen, der Gedanke schreitet nicht einsinnig fort, sondern Momente verflechten sich teppichhaft." Theodor W. Adorno
When the children have been good…
Satire im Nationalsozialismus: Irrenhaus, Gottesgruß, Bratkartoffeln, Bilderbuch. Satire ist mehrdimensional und stilistisch übergreifend. Sie darf viel, hat dadurch ein breites Wirkungsspektrum und vergesellschaftet. Was für einen noch möglich ist, ist für den anderen bereits unerträglich, ortet Sven Behrmann eine subjektive Grenze. Jedenfalls sei Satire ein Balanceakt. „Der Satiriker steht vor dem Problem, möglichst bissig und… Weiterlesen When the children have been good…
Comic, Figur & Transformation
Comics sind unterhaltsam, veranlassen zu phantasievollen Gedankenreisen, anerbieten Zeichenkünste und sind so vielgestaltig, wie das Leben selbst. Die Figuren, die uns eine kurzweilige Zeitstrecke lang begleiten, fördern Sympathien oder Antipathien und erleben Abenteuer, die uns fesseln und die über unseren (Realitäts-)Sinn oftmals hinwegschreiten. Kinder wie Erwachsene scheinen gleichsam von ihnen begeistert zu sein. Eine Rezension… Weiterlesen Comic, Figur & Transformation
"Eine vordringliche Voraussetzung für den Künstler ist die Gabe, sehen zu können, wobei der persönliche Standpunkt, von dem aus die Dinge gesehen werden, beziehungsweise der Winkel, unter dem die sichtbare Welt in Erscheinung tritt, eine große Rolle spielt. Indes aber auch die Erkenntnis des sich mit dem Sichtbaren vermischenden Unsichtbaren." Jean Marie Guyau
Paul Cézanne an Emile Bernard
... Der Literat drückt sich durch Abstraktionen aus, während der Maler mit Hilfe der Zeichnung und der Farbe seine Empfindungen und Wahrnehmungen verwirklicht. Man ist weder zu gewissenhaft, noch zu aufrichtig, noch der Natur sehr unterworfen; aber man beherrscht mehr oder weniger sein Modell und vor allem seine Ausdrucksmittel. Man muß das, was man vor… Weiterlesen Paul Cézanne an Emile Bernard
Georg Simmel & Egon Schiele
Über die Grenzen, in die Einheit Wenn wir ein (malerisches) Kunstwerk – in seiner „Distanz und Einheit“ schauen, so Georg Simmel, ergreift uns das Gefühl des „unverdienten Geschenks“. Die Distanz aber erbaut sich erst durch den Bilderrahmen, „dem Regulativ“, dessen Aufgabe zugleich eine „trennende wie verbindende“ ist. Es ist dies jenes „Vor- und Zurücktreten“[1], das… Weiterlesen Georg Simmel & Egon Schiele